"1636" ist der Titel und meint auch das Jahr 1636, besser die Zeit um 1636. Der Wiler Maler Hans Ulrich Rysse vollendete 1636 sein Gemälde "Kreuzigung mit Maria Magdalena". Schon seit einiger Zeit ist mir das Bild ins Auge gestochen, jedes Mal, wenn ich im Kulturgüterschutzraum etwas zu tun hatte.
Neben dem eigentlichen Motiv ist bemerkenswert, dass Rysse die Wappen aller Wiler Ratsherren mit Namen auf den Rahmen aufbrachte und das Bild zweimal mit der Jahreszahl datierte. Das Bild, diese Namen und die schnelle Nachschau im Archiv, das viele Dokumente aus jener Zeit beherbergt - und voilà, das Thema war gegeben.
Das Bild ist selbstverständlich in der Ausstellung zu sehen, es wurde extra dafür restauriert, dafür sei an dieser Stelle den Wiler Kunst- und Museumsfreunden herzliche gedankt, die die Restauration bezahlten.
Die Ausstellung im Stadtmuseum Wil im Hof vom Februar bis Juli 2007 zeigt veschiedene Aspekte des Lebens in jener Zeit, die nicht nur "barock" war, sondern vor allem vom 30-jährigen Krieg und der Pest geprägt wurde. Der "Schwarze Tod" hatte 1635 auch in Wil sehr viele Todesopfer gefordert . 1633 wurde Kilian Kesselring, der "Obrist-Wachtmeister" im Thurgau, im Hof zu Wil und später in der Sammnung, dem heutigen Kirchplatzschulhaus, gefoltert, weil er angeblich den Thurgau an die Schweden verraten habe. In dieser Zeit war die Obrigkeit gefordert, darum kam dem Grossen Religions- und Sittenmandat von 1635 besondere Bedeutung zu.













