Im Jahr 1907 reifte im Wiler Handwerker- und Gewerbeverein die Idee zu einer "Altertums-Ausstellung", um die Handarbeiten de Vorfahren einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1909 wurde diese Idee auf Initiative des Wiler Verkehrs- und Verschönerungsvereins umgesetzt, die "Alterumsausstellung" im Hof hatte einen überwältigenden Erfolg. Nicht dieser Erfolg war aussschlaggebend, sondern schon bei der Idee zur Ausstellung war den Initianten, allen voran Lehrer Ulrich Hilber, Gemeinderat Fritz Hürsch-Senn und Oberst Paul Truniger, die Vorstellung von einem Wiler Ortsmuseum vorgeschwebt.
Die Ausstellung war für sie vor allem ein Mittel, um "bei der Bevölkerung Wils die Freude und das Verständnis für ein ortsgeschichtliches Museum zu wecken und zu fördern und wo möglich den Beweis zu erbringen, dass ein solcher Sammelpunkt nicht nur die Bewohner des eigenen Ortes zu gelegentlichen Besuchen animieren könnte, sondern dass er auch zu einem Anziehungspunkt für Fremde zu werden vermöge". Im Schlussbericht der Ausstellungs-Kommission wurde denn auch betont, dass viele Besucher den Wunsch nach einem ständigen Museum geäussert hätten.
Besonders die Frage einer tauglichen Lokalität stand im Mittelpunkt. Die Lösung war aber schnell gefunden. Der damalige Besitzers des Hofes zu Wil, Bierbrauer Kopp, stellte zu einem jährlichen Mietzins von Fr. 200.-- einen noch grösserer Raum als den für die Ausstellung gebrauchten zur Verfügung, "bis die Ausstellung dereinst ihren geeigneten Platz im Gerichtshause finden kann." Als Träger fungierte der Wiler Verkehrsverein, eine Museumskommission und eine "Einkaufskommission" wurden gebildet. Erster Präsident war Fritz Hürsch-Senn, der dieses Amt bis 1953 (!) inne hatte. Für die Einrichtung wurde die Ortsbürgergemeinde um einen Beitrag von Fr. 10'000.-- ersucht, eine Ansuchen, dass an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung gutgeheissen wurde.



