Bereits in den 70er-Jahren sind Bestrebungen für alternative Kulturformen und -räume in Wil zu finden. Alternativ meinte zum einen ergänzend zum bestehenden kulturellen Angebot, dann aber, vor dem Hintergrund der 68-er Bewegung, neue, junge Kultur.
Ab 1972 war es die "Schublade" und später die "Freie Aktion" und die IG Freizeitzentrum, die sich für Räume für Bands und Konzerte einsetzte. U.a. sollte das alte Gaswerk dazu genutzt werden. Resultiert hat daraus die Obere Mühle als Freizeitzentrum. Ab 1980 wurden durch den "FOCUS" im Pfarreizentrum Konzerte veranstaltet, später folgten vier Altstadt Open Airs, die von "PANKRAZ", Verein für Musik, veranstaltet wurden. Ab 1984 folgten eigentliche "Wilde Zeiten" in Wil, indem der Verein Kulturlöwe als Sammelbecken für junge Kulturinteressierte, nicht nur aus dem Bereich Musik, fungierte. Im gleichen Jahr formierte sich auch das "Alternative Kino Wil".
Der Legende nach soll der Name "Kulturlöwe" inspiriert sein durch den steinernen Löwen vor dem ehemaligen Restaurant "Löwen" an der Toggenburgerstrasse.
Zuerst im Gebäude der alten Löwenbräu am Bleicheplatz, dann später in den dahinter liegenden Stallungen wurde von den "Kulturlöwen" versucht, die Idee eine "Kulturellen Zentrums" in Wil zu verwirklichen. Die Projekte in diesen Räumlichkeiten scheiterten an den politischen Verhältnissen. Aus dem Umfeld dieser Bewegung formierte sich auch die Partei "Prowil", die auch heute noch im Parlament vertreten ist. Mit der Remise und der Kunsthalle zwei kulturelle Anliegen dieser Zeit auch heute noch höchst lebendig.
