Am 28. Mai 1897 eröffnete Gottlieb Wenk, Bäcker aus Wildhaus, an der St. Peterstrasse die Speisewirtschaft und Bäckerei zum "Tempel". Ob die unmittelbare Nähe zu St. Peter den Anlass zu diesem Namen gegeben hat, ist nicht auszumachen. Auf jeden Fall musste Wenk bereits zwei Jahre nach der Eröffnung Konkurs eingeben. Das Gebäude stand zwei Jahre leer, bis am 15. April Eduard Strässle aus Kirchberg der "geehrten Einwohnerschaft von Wyl und Umgebung sowie Allen von Nah und Fern die ergebene Anzeige" machte, dass er die Wirtschaft wieder eröffne. Nur dauerte auch dieses Gastspiel nicht lange. In der Folge wechselten die Wirte häufig. Josef Zahner aus Amden ahnte im April 1936 sicher noch nicht, dass er erstens 31 Jahre im "Tempel" wirken würde und zweitens zugleich der letzte Wirt und Bäcker sein würde. Am 31. Oktober 1967 wurde nämlich, im Rahmen einer vom Volkswirtschaftsdepartement initierten Überprüfung betreffend der Aufhebung einzelner Gaststätten, der Wirtschaft zum "Tempel", die sich nun im Besitz der Filzfabrik AG Wil befand, das Patent nicht mehr erteilt. Die Bäckerei war schon früher eingegangen.
Die Liegenschaft "Tempel" musste später einer Überbauung weichen.
(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)
