Raum

Café und Konditorei "Zur Helvetia"

Abgebrochene Häuser · Raum

In Wil waren von jeher die Bäcker und Konditoren beliebt. So verwundert es nicht, dass auch diverse Cafés das gastliche Angebot bereicherten. An der Oberen Bahnhofstrasse 30, wo heute das Wohn- und Geschäftshaus "Hohner" steht, übernahm am 3. Dezember 1889 Josef Zuber-Custer das "Brod- und Zuckerbäckereigeschäft" seines Onkels J. B. Eisenring-Zuber. Das Haus war 1889 von Stadtammann Truniger neu erbaut worden. Die Aufnahme aus jener Zeit zeigt, dass in der Umgebung weder der "Speer" noch die "Viktoria" noch das "Alpenrösli" existierten. Am Fenster steht der Erbauer und spätere Stadtammann Josef Pankraz Truniger, in der Kutsche Ernst Senn und Kaspar Schmidweber.

Die Bezeichnung "Helvetia" bezog sich ursprünglich auf das ganze Objekt und nicht nur auf den "Café-Betrieb". In der relativ kurzen Geschichte dieses Unternehmens wechselte das Lokal mehrfach seinen Namen. Ab März 1918 hiess es neu "Café Bernet zur Helvetia", ab Dezember 1925 "Café Humbel", noch später "Café Eschmann". Anders als bei alteingesessenen Wirtschaften, wechselte hier mit dem Besitzer auch der Name. In den 30er- und 50er-Jahren erfuhr das Haus Restaurationen, die vom ehemaligen Baustil der Jahrhundertwende nicht mehr viel übrig liessen. 1951 wurde der Betrieb infolge Verkaufs aufgegeben.

(Olbrich, Willi; Gastliches Wil, Wil 1989)

Bildarchiv (1)

Hohner_heute_2023.jpg

Quelle: wilnet.ch